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Selbstversorger-Gärten: So legen Gärtner einen Nutzgarten an

Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten statt dem Supermarkt – mit einem Selbstversorger-Garten ist das möglich. Dabei haben Gärtner die Wahl, ob sie wirklich den kompletten Bedarf aus dem eigenen Garten decken möchten oder zunächst nur teilweise einen Nutzgarten anlegen. In beiden Fällen ist es wichtig, auf die richtige Beschaffenheit des Bodens zu achten. Zudem muss auf Basis des persönlichen Geschmacks, aber auch der Erträge entschieden werden, welches Gemüse und Obst überhaupt angepflanzt wird. Wir zeigen, wie Gärtner einen Selbstversorger-Garten anlegen können, worauf bei der Standortwahl geachtet werden muss und welche Pflanzen sich am besten eignen.

  

Wie groß sollte der Selbstversorger-Garten sein?

Soll wirklich eine komplette Selbstversorgung stattfinden, müssen circa 50 Quadratmeter Nutzfläche pro Person eingeplant werden. Eine Familie mit zwei Kindern benötigt also rund 200 Quadratmeter für den eigenen Nutzgarten. Wer zunächst als Teilversorger starten möchte, kann natürlich auch kleinere Flächen nutzen, eine wirkliche Mindestgröße gibt es nicht.

Der ideale Standort für den Nutzgarten

Die Größe des Gartens allein bildet aber noch nicht die Grundlage für eine ertragreiche Ente. Ebenso wichtig ist es, den richtigen Standort auf Basis folgender Faktoren zu wählen:

Standortfaktor

Beschreibung

Sonne

So gut wie alle Obst- und Gemüsesorten benötigen viel Sonne, um zu gedeihen. Es gibt jedoch auch einige Halbschattengewächse, die nicht rund um die Uhr Sonne benötigen. Insofern sind nach Süden ausgerichtete Gärten deutlich ertragreicher, als wenn die Pflanzen in Richtung Norden gepflanzt werden.

Wind

Beim Wind gilt: Er sollte nicht zu stark, aber auch nicht vollkommen abgeschirmt werden. Zu starker Wind kann die Pflanzen beschädigen. Ist es hingegen komplett windstill – etwa aufgrund von hohen Mauern oder dichten Hecken – verdunstet die Feuchtigkeit nach starkem Regen nur sehr langsam. Das kann die Ausbreitung von Krankheiten begünstigen.

Bodenbeschaffenheit

Heimisches Obst und Gemüse wie etwa Zwiebeln, Tomaten oder auch Erdbeeren gedeiht auf normalem Gartenboden. „Normal“ heißt dabei, dass der Boden sandig-lehmig und gut durchlässig ist. Zudem sollte die Erde einen hohen Humusgehalt besitzen, so kann sich eine reiche Mikroflora und -fauna bilden. Tipp: Befinden sich recht viele Regenwürmer im Boden, ist das ein gutes Zeichen.

Nachbarpflanzen

Große Bäume im Garten kreieren zwar eine wohltuende Atmosphäre, sie sollten aber nicht in unmittelbarer Nähe zu den Nutzpflanzen stehen. Sie entziehen dem Boden zu viele Nährstoffe und spenden zudem Schatten, der das Wachstum hemmt.

Zusammengefasst sollte der Nutzgarten also in südlicher Ausrichtung an einer leicht windigen Stelle angelegt werden, wobei der Boden einen hohen Humusgehalt aufweisen sollte.

Tipp: Ist der Boden sehr sandig, können Gärtner diesen mit Kompost auffüllen. So kann der Nährstoffgehalt spürbar gesteigert werden. Zu harter beziehungsweise lehmiger Boden sollte hingegen umgegraben und stark aufgelockert werden. Hier lohnt es sich ebenfalls, Kompost oder Humus hinzuzugeben.

Welche Pflanzen sind geeignet?

Bei der Wahl der Pflanzen kommt es auf unterschiedliche Kriterien an: persönlicher Geschmack, Ertrag der Pflanzen, Lage des Gartens und Erntezeit. Ohne strukturierte Planung kann es schnell zur Überernte kommen, sodass die hart erarbeiteten Lebensmittel hinterher schlecht werden. Die folgenden Tabellen geben einen Überblick über typische Erträge und die Erntezeiten beliebter, heimischer Obst- und Gemüsesorten.

Gemüse

Im heimischen Gemüsebeet sind insbesondere die folgenden Pflanzen gut geeignet:

Gemüseart

Ertrag pro Quadratmeter

Erntezeit

Kopfsalat

10 bis 14 Köpfe

Mai bis Oktober

Gurken

2 bis 3 Kilogramm

November bis Februar

Möhren

4 bis 5 Kilogramm

Juni bis Oktober

Kartoffeln

2,5 bis 3,5 Kilogramm

Juni bis Oktober

Champignons

15 bis 20 Kilogramm

ganzes Jahr möglich

Tomaten

7 bis 10 Kilogramm

Juli bis Oktober

Zwiebeln

3 bis 4 Kilogramm

Juli bis Oktober

Rosenkohl

0,5 bis 1 Kilogramm

Oktober bis März

Spinat

1 bis 1,5 Kilogramm

März bis Mai; September bis Novemer

Im Schnitt ist von einem Ertrag von etwa drei bis fünf Kilogramm frischem Gemüse pro Quadratmeter auszugehen.

   

Obst

Auch für das Obst kann ein eigenes Beet angelegt werden:

Obstsorte

Ertrag pro Quadratmeter

Erntezeit

Erdbeeren

1,2 bis 2 Kilogramm

Mai bis Juli

Äpfel

1,5 bis 2 Kilogramm

August bis November

Birnen

1 bis 1,5 Kilogramm

August bis Oktober

Himbeere

0,4 bis 0,7 Kilogramm

Juni bis August

Weintrauben

1 bis 2 Kilogramm

September bis Oktobeer

Grundsätzlich sind die Erträge im Obst-Beet wesentlicher geringer als beim Gemüse. Zudem dürfte nicht jeder Gärtner ausreichend Platz für zahlreiche Obstbäume im eigenen Garten haben. Hierfür gibt es allerdings eine Lösung: Sogenanntes Säulenobst wächst auf vergleichsweise kleiner Fläche, liefert aber den gleichen beziehungsweise teilweise sogar höheren Ertrag als große Bäume.

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Planung und Anlage des Gartens

Um den Nutzgarten anlegen zu können, müssen Gärtner zunächst Saatgut kaufen. Sowohl beim Gemüse als auch beim Obst haben Gärtner die Wahl: Im Fachhandel können sowohl Samen als auch Jungpflanzen erworben werden. Letztere sind teurer, liefern dafür aber meist schon in der ersten Saison Erträge.

Tipp: In unserem Shop finden Gärtner Saatgut und Jungpflanzen von unterschiedlichste Obstsorten. Dabei geben wir eine zweijährige Blüh- und Anwachsgarantie auf alle Gartenpflanzen.

Gemüsegarten in vier Bereiche aufteilen

Grundsätzlich sollte die für den Gemüsegarten vorgesehene Fläche in vier gleich große Teile aufgeteilt werden. Die Aufteilung des Gartens in diese einzelnen Parzellen erfolgt dabei nicht zufällig, sondern wird so schon seit Jahrhunderten von Bauern angewandt.

Eine Parzelle ist für Starkzehrer reserviert, eine andere für Mittelzehrer, die dritte für Schwachzehrer und die letzte für Dauerkulturen wie beispielsweise Rahbarber, Spargel oder auch Artischocken. Je nach vorhandenem Platz kann zusätzlich ein kleines Gewächshaus entstehen, in dem beispielsweise Tomaten angepflanzt werden.

Info: Wie schon der Name verrät, benötigen Starkzehrer vergleichsweise viele Nährstoffe, wohingegen die Schwachzehrer auch mit einer geringen Menge an wichtigen Nährstoffen auskommen.

  

Fruchtwechsel oder Mischkultur für den Nutzgarten?

Es mag vielleicht einfacher in der Pflege und schöner anzusehen sein, doch im Gemüsebeet sollten gleiche Pflanzen nicht unbedingt nebeneinander gepflanzt werden. Der Grund: Schädlinge haben es leichter, sich in solchen Monokulturen anzusiedeln. Zudem leidet auch der Boden, wenn Pflanzen gleicher Art.

Um das zu verhindern, haben Gärtner grundsätzlich zwei Möglichkeiten, die sich kombinieren lassen:

1. Fruchtwechsel

Beim Fruchtwechsel kommt die vorherige Aufteilung des Gartens in die Parzellen zum Einsatz. Das Prinzip: Nach einem Jahr wandern die Schwachzehrer in das Beet, das vorher die Mittelzehrer bewohnt haben, die Mittelzehrer kommen zu den Starkzehrern und die wiederum in das Gemüsebeet der Schwachzehrer. Wichtig ist dabei, insbesondere das neue Beet der starken Nährstoffverbraucher stark zu düngen. Vorteile des Fruchtwechsels:

• Ausbreitung von Krankheiten kann eingedämmt werden
• Ausbreitung von Schädlingen wird erschwert
• Schonung des Bodens

2. Mischkultur

Im Rahmen einer Mischkultur werden verschiedene Gemüse- oder Obstsorten auf dem gleichen Beet beziehungsweise in enger Nachbarschaft angebaut. Dabei pflanzen Gärtner die Pflanzen jedoch nicht willkürlich nebeneinander, sondern weil bestimmte Arten gegenseitig das Wachstum fördern.

Tipp: Eine Mischkultur anzulegen, erfordert etwas tiefergreifendes Wissen über Pflanzen. In der Fachliteratur finden sich allerdings schnell recht übersichtliche Tabellen, die zeigen, welche Pflanzen besonders gut miteinander harmonieren.

Auch bei einer Mischkultur erfolgt in der Regel der Fruchtwechsel. So ernten Gärtner im Frühjahr beispielsweise Kopfsalat. Ist die Ernte vollzogen, wird das Beet aufgelockert, unter Umständen gedüngt und dann mit Kohl bepflanzt, der im Sommer abgeerntet wird.

Bewährt haben sich im Bereich der Mischkultur die folgenden Praxistipps:

• Schlank wachsende Pflanzen wie Porree sollten neben etwas buschigeren, ausladenderen Pflanzen stehen. So kann der Platz optimal      genutzt werden.

• Gut funktioniert die Mischkultur auch dann, wenn sich tief wurzelnde Arten mit flach wurzelnden abwechseln. Ein gutes Beispiel hierfür        sind die schlanken, aber tief wurzelnden Schwarzwurzeln und der rosettenförmig wachsende Kopfsalat, der jedoch nur flach wurzelt.

• Nicht genutzte Reihen können entweder direkt wieder bepflanzt werden oder aber eine Zeit mit Mulchmaterial wie Grasschnitt abgedeckt    werden. So bleibt die wichtige Feuchtigkeit im Boden, gleichzeitig wird Unkraut unterdrückt.

Anbauplan erstellen und Nutzgarten anlegen

  

Bevor Gärtner jetzt anfangen, den Selbstversorgergarten direkt in die Tat umzusetzen, sollte ein detaillierter Anbauplan erstellt werden. 

Zunächst gilt es, die Nutzfläche an sich abzumessen und aufzuzeichnen – entweder händisch oder aber digital, etwa per Excel. Folgende Elemente sind hierbei einzuplanen:

• Lage, Größe und Anzahl der Gemüsebeete

• mögliches Kräuterbeet

• Fläche für Obstbäume und Sträucher

• Gartenwege

• möglicher Platz für ein Gewächshaus

• Kompostfläche

Es empfiehlt sich dabei, die Obstbäume nicht zu nah an die Gemüsebeete zu pflanzen, sonst bekommen die Beete zu wenig Nährstoffe. Der Kompost sollte hingegen möglichst weit weg vom Haus stehen, gleichzeitig aber nah an den Beeten. Schließlich wird der natürliche Dünger hier später eingesetzt.

Sind diese Eckpunkte eingezeichnet, geht es in die detailliertere Planung. Das gilt insbesondere für die Beetanlagen. Diese müssen problemlos von allen Seiten erreichbar sein. Empfehlenswert ist es, die Breite der Beete einheitlich zu halten. Standardmäßig nutzen Gärtner Breiten von 60, 100 oder 120 Zentimetern. Die Wege sollten wiederum 30 Zentimeter breit sein, wobei auch Wege zwischen einzelnen Beeten einkalkuliert werden müssen.

Abschließend erfolgt dann die genaue Planung des Gemüseanbaus. Es empfiehlt sich dabei, den Gemüsesorten nicht nur ihren räumlichen Platz zuzuweisen, sondern auch den zeitlichen Ablauf des Furchtwechsels festzulegen. Dazu kann jedes Beet mehrfach in einer Art Kalender mit der dann jeweils gültigen Bepflanzung dargestellt werden.

Fazit: Strukturiert planen

Damit der Selbstversorgungs-Garten wirklich zum Erfolg wird, sollten Gärtner zunächst den idealen Standort wählen. Der hat rund 50 Quadratmeter Platz pro Person, ist nach Süden ausgerichtet und verfügt über einen nährstoffreichen Boden. 

Anschließend geht es an die Wahl von Obst und Gemüse, wobei letzteres deutlich höhere Ernteerträge abwirft. Bevor der Nutzgarten dann aktiv angebaut wird, sollten Gärtner einen genauen Anbauplan zeichnen. Und natürlich passende Pflanzen und Saatgut kaufen.

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